Menschen berühren
In allen Phasen der Rebalancing Berührungs- und Faszienarbeit entsteht ein individuelles, spürbares (neues) Körperschema.
Berührung als Sprache der Inspiration
Berührungen verbinden uns liebevoll und achtsam mit unserem Wesen.
Im Rebalancing berühren wir die Faszien. Dieses reiche Sinnesorgan fördert die Wahrnehmung des eigenen Leibes. Es stärkt auch unsere Fähigkeit zur Begegnung und Kommunikation.
Wir berühren Körper- und Nervensysteme. Dabei entdecken wir unsere Einheit aus Faszien, Körper, Seele und Geist.
Wir spüren Leichtigkeit, Effizienz und Anmut. Innen wie außen.
Wir glauben Erfahrungen zu machen,
doch die Erfahrungen gestalten uns.
Eugen Ionesco
Körperschema
Unser Körper formt sich, weil das Leben Spuren in ihm hinterlässt. Er zeigt, was wir erlebt haben, und spiegelt unsere Haltung – innerlich wie äußerlich. Kein fester „Code“ bestimmt, wie wir gehen, stehen oder sitzen. Stattdessen prägen Gewohnheiten unsere Bewegungen.
Berührungen im Rebalancing helfen, uns, unsere Körper und unsere Wahrnehmung von innen und außen zu ordnen.
Sie fördern die Wahrnehmungs-Fähigkeit unserer Gefühle.
Für mich war das ein Lernprozess:
Ich musste die Sprache meines Körpers verstehen,
ähnlich wie beim Erlernen einer Fremdsprache.
Doch hier war das Fremde nicht fremd –
es war mein eigener Körper, den ich neu erlebte.
Diese Erfahrungen veränderten mich, sie schufen eine neue Verbindung von Körper, Seele und Geist.
In allen Phasen der Berührungs- und Faszienarbeit entsteht ein individuelles, spürbares (neues) Körperschema.
Wahrnehmung ist nicht etwas, das einfach mit uns oder in uns geschieht, sondern etwas, das wir bewusst tun
Wir sind Körper.
Unser Fasziengewebe gleicht wie unser Leben einem Netzwerk.
Es ist ein Organ verbunden mit allen Organen unseres Körpers.
Unsere Faszien entwickeln und entfalten sich in dieser Einheit..
Das heißt, wir entwickeln uns durch den Austausch mit anderen.
Wir lernen Sprache, begreifen Bedeutungen und schaffen Sinn.
Als biologische, kulturelle und geistige Wesen entsteht unser Geist im Miteinander. So wie unser Fasziennetzwerk, formt sich auch unser Körperbewusstsein und unser Geist durch diese Wechselwirkungen.
Menschen prägen uns, innen wie außen,
als Teil eines komplexen Netzwerks.
Das Ergebnis ist unsere Einheit aus Körper, Seele und Geist.
Damir del Monte beschreibt diese Entwicklung folgendermaßen:
Wenn sie eine Geige betrachten oder vor einem Orchestergraben stehen, kurz vor einer Konzertaufführung,
würden wir diese nicht einfach betrachten, nach Hause gehen
und sagen: „Ein netter Opernabend.”
Etwas Entscheidendes fehlt.
Erst wenn die Instrumente auf besondere Weise zusammenklingen, entsteht über ihnen eine neue Ebene. Das ist es,
was wir als wunderschöne Musik erleben.
Unser Körper formt sich,
weil das Leben Spuren in ihm hinterlässt.
Er ist gelebtes Leben, das zur Struktur geworden ist –
Erfahrung, die sich in Form verwandelt hat.
Wie genau das geschieht, wie feinste Synapsen entstehen,
bei welchem Menschen und auf welche Weise,
ist das Ergebnis eines gelebten Lebens.
Unser Gehirn verändert sich ständig.
So hat sich etwa die Region, die unseren Körper repräsentiert,
im Bereich der Daumen in den letzten Jahrzehnten stärker ausgeweitet als jede andere Körperregion.
Und Umgekehrt: Nach sexuellen Mißbrauch schrumpft das Areal,
das die Geschlechtsorgane repräsentiert.
Ebenfalls bei emotionaler Misshandlung verändern sich Hirnregionen, die für das Selbsterleben und den Selbstkontakt entscheidend sind, Das Gehirn oder der Organismus schützt sich auf diese Weise.
Wir sind Veränderung
Wir verändern uns ein Leben lang – körperlich wie geistig.
Faszien, Knochen, Gehirn und Gedanken verändern sich kontinuierlich. Dieses Phänomen, bekannt als Neuroplastizität,
gehört heute zum Allgemeinwissen.
Es ist für uns Menschen möglich,
Haltungen, Spannungen und Gewohnheiten
in sinnvolle Denk-, Handlungs- und Bewegungsmuster umformen.
“Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben.
Entweder so, als wäre nichts ein Wunder.
Oder so, als wäre alles ein Wunder.”
Albert Einstein
Veränderung geschieht jeden Tag. Jetzt.
Berührungen helfen uns, auf unseren Körper zu hören.
Dabei dürfen wir entspannen.
Berührung fördert Präsenz.
Präsenz lässt uns das Wunder der Veränderung erleben.
Du, also dein Körper, bist dieses Wunder.
Bernd Scharwies